Frauen in Führungspositionen und Alkohol
Frauen und Alkohol
Alkoholsucht bei Frauen beginnt oft leise und unauffällig. Ein, zwei Cüpli beim Apéro oder ein Gläschen Cognac am Abend zum Entspannen nach einem langen Arbeitstag - wer denkt sich schon etwas dabei?
Von den rund 300 000 alkoholabhängigen Menschen in der Schweiz ist der Anteil der Frauen etwa bei einem Drittel. Frauen werden aufgrund ihrer körperlichen Konstitution schneller abhängig als Männer und haben deshalb besonders schnell unter den physischen, psychischen und sozialen Folgen des Alkoholismus zu leiden.
Frauen und Karriere
Die grössere Suchtgefährdung von Frauen in Führungspositionen kann zum einen aus der Doppelbelastung von beruflicher und häuslicher Anforderung resultieren. Familienfrauen, die gleichzeitig Karriere machen werden nach wie vor von ihren Partnern weniger unterstützt als umgekehrt.
Auf der anderen Seite haben aufstiegswillige Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen oft gar nicht die Möglichkeit, sich gleichzeitig für eine Familie zu entscheiden. Studien zeigen sogar, dass es relativ wenig verheiratete weibliche Führungskräfte gibt. Diesen Frauen fehlt dann oft der familiäre Rückhalt, auf den Männer in Führungspositionen zählen können.
Frauen in Führungspositionen und Alkohol
Europäische Studien haben gezeigt, dass Frauen in Führungspositionen wesentlich häufiger von Alkoholismus betroffen sind (14%), als Frauen welche in einem einfachen Angestelltenverhältnis arbeiten (4%). Bei Männern gibt es diese Differenzierung in den Hierarchiestufen nicht (dort sind es ca. 12 %). Gründe dafür können unter anderen in der fehlenden sozialen und beruflichen Unterstützung zu finden sein, welche Frauen in der Chefetage oft zu Einzelkämpferinnen machen.
Warum Frauen in Führungspositionen trinken
Dass Männer allgemein mehr Alkohol trinken als Frauen ist bekannt.
Es könnte sein, dass Frauen in Führungspositionen öfters zur Flasche greifen, weil sie männliche Verhaltensmuster übernehmen um besser mit Männern konkurrieren zu können. Wenn aufstrebende Frauen gegen die männliche Dominanzkultur zu kämpfen haben, die oft in Wirtschaft und Verwaltung herrscht, kann das zu Stress führen. Der wird wiederum oft mit Alkohol bekämpft.
Frauen in Führungspositionen brauchen Unterstützung
Auch Frauen in Führungspositionen sollten nicht versuchen, mit dem Problem der Abhängigkeit allein fertig zu werden. Sie sollen sich frühzeitig fachliche Hilfe holen, damit einer Verschärfung der physischen und psychischen Probleme vorgebeugt werden kann und damit Isolation und Vereinsamung vermieden werden können. Dafür sind die Beratungsstellen des Blauen Kreuzes da.